Gespräche mit dem Höheren Bewusstsein

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Was ist mein Lebenssinn? Warum wird man als menschliches Wesen geboren?

Warum kann ich keine funktionierende Beziehung finden?

Haben wir als menschliche Wesen einen freien Willen oder sind unsere Leben vom Schicksal vorherbestimmt?

Warum wird man als menschliches Wesen geboren?

Im Grunde, um zu lieben. Man wird als menschliches Wesen geboren, um in Bewusstheit zu wachsen und zu lernen, dass man die Wahl hat. Der Planet Erde, das menschliche Leben, sind Schauplätze, auf denen man die Lektionen der Liebe und der Wahl lernen kann. Es ist klar, wenn Sie nur einen Augenblick darüber nachdenken, dass das menschliche Leben eine unglaubliche Gelegenheit ist, lieben zu lernen. Es ist nicht automatisch das, was man lernt. Man kann auch Hass, Bitterkeit und Rache wählen. Oder man kann die Liebe wählen. Man wird förmlich jeden Moment vor diese Wahl gestellt. Können Sie sich selbst lieben, während Sie die Straße entlang gehen? Können Sie das Leben lieben, wenn Sie morgens aufwachen, trotz all seiner Unperfektheiten und Schwierigkeiten?

Hier müssen wir ein wenig darüber sprechen, was Liebe bedeutet. Das menschliche Leben zu lieben heißt nicht, dass man es in jeder Hinsicht toll findet, dass man denkt, es sei ein hundertprozentig wunderbares Erlebnis und grenzenlosen Enthusiasmus dafür entwickelt. Es bedeutet nicht, dass man morgens glücklich aufwacht und sofort aus dem Bett springen möchte. Es bedeutet, dass man die Fülle des menschlichen Lebens willkommen heißt und akzeptiert, den Schmerz und die Sorgen genauso wie die Freude, die Negativität genauso wie die positiven Aspekte. Wenn man einen anderen Menschen liebt, muss man daran arbeiten, die Gesamtheit dieses Menschen zu akzeptieren. Es funktioniert nicht zu sagen, nun ja, ich mag dich, wenn du so und so bist, aber ich mag dich nicht, wenn du so bist. Für die Liebe zu sich selbst gilt das gleiche. Das menschliche Leben zu lieben heißt, seine Unwissenheit, seine dunklen Seiten zu akzeptieren. Deswegen lautet die Herausforderung für Menschen, das Bewusstsein von Gott zu erfahren. Im wesentlichen ist das, was die Menschen "Gott" nennen, das universelle Bewusstsein, nicht-bewertender und bedingungsloser Natur. Gott ist Liebe. Das menschliche Leben ist eine Straßenkreuzung: Entscheiden Sie sich dafür, Gott kennen zu lernen, in Liebe zu leben, Ihrem wahren, wirklichen Selbst näher zu kommen, oder entscheiden Sie sich dafür, den Weg der Unwissenheit, Trennung und des Schmerzes weiter zu beschreiten? Seit Menschengedenken stellen wir uns die Frage, warum Gott uns verlassen hat, aber wir selbst verlassen einander und die Erde immer wieder, indem wir nicht lieben, indem wir zurückweisen.Häufig betrachten Menschen das Leben als so etwas wie eine Strafe, sie denken, sie wurden hier auf die Erde gesandt, weil sie irgendwo versagt haben, vom Wege abgekommen sind und nun zur Erde gesandt wurden, weil sie eine schwere Lektion zu lernen haben, und wenn sie diese gelernt haben, dürfen sie wieder nach Hause. Diese Ansicht hat zu den Schwierigkeiten auf der Erde beigetragen - und tut es immer noch. Durch die Geschichte hindurch haben sich viele Menschen darauf konzentriert, von der Erde wegzukommen, in den Himmel, in die geistige, in eine bessere Welt. Unsere Erde ist von so vielen zurückgewiesen worden. Und Menschen, die sich auf ihre irdische Existenz konzentrieren, sind häufig von Habsucht und ihrem Wunsch nach Dominanz motiviert, und das hat die Erde auch zu spüren bekommen.

Viele Menschen sehen das irdische Leben als ein Leben, in das sie hineingeboren wurden, weil sie von Gott getrennt sind, und denken, wenn sie gut genug sind, können sie zu Gott zurückkehren. Dieser Glaube ist sehr alt, aber wir finden ihn auch in den heutigen New-Age-Philosophien wieder. In Wirklichkeit bietet das menschliche Leben selbst die Gelegenheit, Gott zu sehen. Menschen verstricken sich zuweilen karmisch in ihrem eigenen Glauben. Sie kommen wieder und wieder zu diesem Leben zurück, weil sie immer noch nicht verstanden haben, dass Gott nicht irgendwo anders ist.

Die Antwort auf die Frage, warum wir als Menschen zur Welt kommen, ist so einfach. Wir werden als Menschen geboren, um ganz Mensch zu sein, um hier zu sein, um das menschliche Leben zu umarmen und seine größten Möglichkeiten der Liebe, der Wahl und der Bewusstheit zu leben. Was, wenn es nur einen zentralen Sinn und Zweck im Universum gibt, das innerste Selbst zu sein, seine wahre Natur auszudrücken? Was, wenn Pflanzen, Tiere, Steine und Wasser sich ständig im Zustand ihrer Bestimmung befinden, indem sie sind, was sie sind? Was, wenn Mensch sein keinen ganz besonderen Sinn hat? Das Universum gebiert in jedem Moment unzählige Formen. Das menschliche Bewusstsein hat den Wunsch, sich selbst als zentral, bedeutsam und entwicklungsfähig zu sehen. Lassen Sie diesen Gedanken einen Augenblick los.

Es gibt eine Stille, einen Moment, in dem der Geist sich selbst auf eine andere Art erfährt, als Teil eines enormen Netzwerkes, jenseits von Sinn und Bedeutung, ein atmendes, sanftes Bewusstsein, das alle Fragen nach dem "Warum" absorbiert. Als menschliches Wesen stellt sich aber auch noch eine andere Frage... Wenn Mensch sein davon handelt, die Liebe zu wählen und zur innersten Einheit mit Gott zurückzukehren, wie wurde ich dann überhaupt von Gott getrennt? Woher kommt das individuelle Bewusstsein? Warum muss es überhaupt Trennung im Universum geben?

So klar wie man es eben sagen kann, liegt es in der Natur von Formlosigkeit, Form anzunehmen. Es liegt in der Natur der Liebe zu gebären. Schauen Sie, wie sich das im menschlichen Leben wiederspiegelt. Zwei Menschen kommen zusammen, nicht immer als Liebende, aber im Wunsch nach Einheit, die ihrem Grunde nach Liebe ist, auch wenn sie verfälscht und verzerrt wird. Menschen kommen zusammen, und aus dieser Einheit entsteht eine neue Form. Es liegt in der Natur der Liebe zu gebären. Deswegen gebiert das Universum ständig neue Formen, indem es einfach nur ist wie es ist. Sobald diese Formen sich ihrer selbst bewusst werden, erleben sie sich als getrennte Wesen. Das menschliche Leben bietet die Gelegenheit, die Nicht-Dualität der Form und Formlosigkeit zu erfahren. Hier stehen Menschen in ihrem irdischen Leben wiederum an einer Kreuzung des Universums, wo sie das Bewusstsein des Himmels oder das der Hölle sehen und erfahren können. Sie haben in ihrem Bewusstsein völlige Bewegungsfreiheit - immer. Sie haben die Wahl. Sie haben enorme Möglichkeiten zu lieben. Es ist weithin bekannt, dass nur ein kleiner Prozentsatz des menschlichen Gehirns benutzt wird. Genauso wird nur ein kleiner Prozentsatz aller Möglichkeiten des menschlichen Lebens von uns erkannt und erforscht.Auf ihrer Reise als Menschen, stellen viele diese spezielle Frage: Was ist mein Sinn hier, warum bin ich auf die Erde gekommen? Von einem bestimmten Standpunkt aus ist hier die Essenz des Menschseins, die Identifikation mit dem Ich. Für den Anfang würden wir vorschlagen, dass sich jeder auf dem allertiefsten Level mit dem universellen Sinn identifiziert. Wir haben herausgefunden, dass Menschsein die Möglichkeit bedeutet, die Nicht-Dualität des individuellen Bewusstseins und des universellen Bewusstseins zu erfahren, seine innerste Natur der Einheit zu erleben und diese innerste Natur über Liebe und Bewusstsein zu leben. Dies ist, was wir einen universellen Lebenssinn nennen würden, wenn man so sagen darf. Sich damit zu identifizieren und es als den eigenen Lebenssinn zu wählen, öffnet viele Türen im eigenen Bewusstsein und im menschlichen Leben. Zu jedem auf der Erde würden wir sagen, dein grundsätzlicher Lebenssinn ist es, zu lieben, bewusst zu sein und Entscheidungen zu treffen, die auf Liebe und Bewusstheit basieren.

Es ist jedoch auch wahr, dass die individuellen Wesen, die aus diesem universellen Bewusstsein geboren werden, ihr eigenes, einzigartiges Karma haben, ihre eigenen Bewusstseinsmuster. Menschen haben Bedürfnisse, Talente, Fähigkeiten, Wünsche, Träume. Es ist für jeden wichtig, seinen eigenen Ausdruck zu finden. Wenn man sich mit dem universellen Lebenssinn identifiziert, wird es leichter, den eigenen Weg auf dieser Welt klar zu sehen. Wenn Sie daran arbeiten, sich selbst zu lieben, werden Sie beginnen, sich kennen zu lernen. Sie werden anfangen, Ihre Fähigkeiten zu erkennen und zu schätzen. Sie werden fühlen, wer Sie sind. Sie werden sich selbst als ein Heiler, einen Künstler, einen Bauern, einen Architekten, einen Aktivisten, einen Elternteil zu sehen. Ein Großteil der Verwirrung über den Lebenssinn rührt daher, dass wir uns zu wenig Zeit nehmen, uns selbst kennen zu lernen und die aufgenommenen Energien der Eltern und der Gesellschaft klar von unseren zu trennen. Heutzutage werden Menschen dazu herausgefordert, ihren Lebenssinn, ihre Aufgabe, zu wählen. Früher hat das Gesellschaft oder Religion oder Familie übernommen. Jetzt haben Sie die Wahl, und schauen immer noch allzu häufig nach einer Antwort von außen.

Sie können Ihrem Leben als Mensch eine Absicht verleihen. Absicht ist vielleicht ein hilfreicheres Wort als Sinn. Vertrauen Sie sich selbst. Suchen Sie nicht nach einer kosmisch zugewiesenen Aufgabe. Fragen Sie sich selbst: Was ist meine Absicht für dieses Leben? Auch hier haben die Menschen wieder die Gelegenheit, dies selbst zu tun, und sie verwenden einen Großteil ihrer Zeit darauf, nach ihrer Bestimmung zu suchen, anstatt die Wahl zu erkennen, die sie beabsichtigen sollten zu entwickeln, zu verfolgen und auf eine bestimmte Art auszudrücken. Es kann viel Klarheit daraus entstehen, wenn man sagt, dies ist das, was ich mit meinem Leben anfangen will, dies ist, was ich mit diesem Leben beabsichtige. Das ist anders als die Vorstellung, dass das Schicksal für Sie irgendwo geschrieben steht.

Viele Menschen die über mich Kontakt zum höheren Bewusstsein suchen, sind deprimiert, weil sie ihren Lebenssinn nicht finden können oder weil sie das Empfinden haben, es sollte einen größeren Sinn geben, der ihrem ganzen Leben einen Fokus verleiht. Nun, lassen sie dies den universellen Lebenssinn sein. Aber seien Sie sich klar darüber, dass Ihr Lebenssinn oder Ihre Absicht sich auf Ihrer individuellen Reise vielleicht von Zeit zu Zeit verändern muss. Es ist ein bisschen schwierig, einem Menschen zu sagen, dies oder das ist der Sinn deines Lebens für den Rest deines Lebens.

Im Laufe vieler Leben formuliert die Seele oder das individuelle Bewusstsein viele Absichten. Diese arbeiten immer noch in Ihrem Wesen weiter. Es ist wichtig, darauf zu vertrauen, dass Ihre derzeitigen Absichten Ihre Geschichte wiederspiegeln. Wie könnte es auch anders sein? Deshalb ist es gleichzeitig so wichtig, die Fülle dessen anzuerkennen, wer Sie sind. Lassen Sie uns annehmen, dass Sie zu einer Zeit die Absicht gefasst haben, reich und mächtig zu sein, selbst auf Kosten anderer. Jetzt, in diesem Leben, haben Sie die feste Absicht, sich selbst spirituell weiterzuentwickeln und anderen zu dienen. Sie fühlen zwar noch Funken Ihres alten Selbst, aber sie ersticken sie, weisen Sie von sich. Irgendwo, irgendwann wird sich diese alte Absicht jedoch wieder bemerkbar machen. Die unwillkommenen Anteile von sich selbst bewusst willkommen zu heißen und mit ihnen in einen Dialog zu treten, sie zu verstehen, wird Ihnen dabei helfen, Ihre jetzigen bewussten Absichten klarer zu manifestieren. Ihre eigene Liebe, Bewusstheit und Wahl in diesem Leben zu entwickeln, verhilft den Absichten der Seele aus vielen Leben zu einer leichteren Manifestation.

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Ihr individueller Lebenssinn ist ganz allein Ihre Wahl. Er muss nicht für immer gelten. Er kann von einem Tag zum nächsten gelten. Die eine Absicht führt zur nächsten, die Absichten bauen aufeinander auf. Es kann auch einmal hilfreich sein, den größeren Lebenssinn für uns alle hier auf der Erde außer Acht zu lassen und sich selbst morgens beim Aufwachen zu fragen: Was ist heute mein Sinn hier auf der Erde? Halten Sie die Antworten einfach. Üben Sie es, sich in Ihren alltäglichen Aktivitäten einfache Absichten zu setzen und es wird einfacher werden, sich größere Ziele zu setzen, von Jahr zu Jahr... oder von Leben zu Leben.

Das Wort "Sinn" ist interessant. Experimentieren Sie einen Moment damit, indem Sie Ihr Bewusstsein von dem Satz "Ich habe einen Sinn." auf den Satz "Ich bin Sinn." verlagern. Alles im Universum ist in seiner Essenz sinnvoll. Selbst das, was wir Zufall, Absichtslosigkeit, Chaos nennen, ist im Universum Teil eines Netzes von Aktion und Interaktion. Was auch immer in einem bestimmten Moment geboren wird, ist eng mit dem verbunden, was vorher entstanden und wieder gestorben ist, und mit dem, was noch geboren werden wird. Alles im Universum ist energetisch mit allem anderen verbunden. Es gibt ein Beziehungs-Muster, ein Bedeutungs-Muster, in den Formen des menschlichen Lebens. Aus diesem Grunde können Menschen Zeichen oder Symbole der einen oder anderen Art lesen, Karten, Muscheln, Knochen. Die Muster sprechen zu uns.

Sagen Sie zu sich selbst die Affirmation "Ich bin Teil eines Ganzen, ich bin nicht allein, ich bin mit allem verbunden, was ist." Gehen Sie in den Wald. Nehmen Sie die Strukturen der Wolken, der Blätter, der Steine. Fühlen Sie sich selbst als ein Teil dieser Konfiguration, einfach nur ein Teil, nicht weniger und nicht mehr. Bleiben Sie dort in Stille und hören Sie hin. Fragen Sie nicht nach einer Antwort. Später, wenn Sie wieder in Bewegung sind, auf dem Weg nach Hause, fragen Sie sich einmal, was Ihre Absicht für dieses Leben ist? Was möchte ich von diesem Leben mehr als alles andere? Und was möchte ich für dieses Leben tun, um es zu ehren, um ihm meine Liebe zu zeigen? Schauen Sie einfach, was hochkommt. Am nächsten Morgen, wenn Sie aufwachen, fragen Sie sich: Was kann ich heute tun, um meine Absicht zu manifestieren?

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Sie sind ein Mensch, und was für eine kostbare Erfahrung ist das. Sie sind hier, um lieben zu lernen. Sie selbst haben die Entscheidung getroffen, hier zu sein. Nehmen Sie sich nun einen Moment Zeit, um sich diese Wahl nochmals zu bestätigen. Stellen Sie sich vor, dass Sie die Erde aus großer Distanz sehen. Sehen Sie sie aus dem Weltall. Wie wunderschön sie ist! Grün, blau, weiß, changierendes Licht und Farbe, eine zerbrechliche, durchscheinende Kugel. Vielleicht kommt ein Gefühl der Zärtlichkeit auf wie das von Eltern für ihr Kind. So viele endlose Geschichten werden auf dieser Erde gespielt. Seien Sie sich selbst auf der Erde bewusst, wie Sie ihre Geschichte spielen, sie erschaffen und seien Sie sich über das Bewusstsein im klaren, das dies alles sieht, aus der Perspektive des Weltalls. Kommen Sie näher und näher bis Sie sich selbst hier fühlen, jetzt, die Füße auf der Erde. Sie sind beides. Sie sind das umfassende Bewusstsein, das die Erde und Sterne und das All umarmt, und Sie sind Sie, Körper und Geist, Blut und Gefühl. Schauen Sie auf Ihre Hände und lieben Sie sie. Schauen Sie auf Ihre Füße und spüren Sie sie auf dem Boden. Schließen Sie für einen Moment Ihre Augen und sehen Sie die Erde noch einmal, diese entfernte Kugel. Erkennen Sie sie als Ihre Lehrerin, ihre Führerin, ihre Meisterin in diesem Leben und vielen weiteren an. Menschen bezeugen ihren Lehrern ihren Respekt. Sie verneigen sich vor rot-, orange-, weiß-, braun- und schwarzgewandeten Meistern. Diese Kugel aus changierendem blau-grün-weißem Licht ist eine großartige Lehrerin, eine göttliche Abgesandte, eine unvergleichliche Meisterin. Ehren Sie eine solche Lehrerin. Sie sind gesegnet, mit ihr Leben zu dürfen, für sie sorgen und von ihr lernen zu dürfen


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Warum kann ich keine funktionierende Beziehung finden?

Dies ist die Frage der Stunde, die Frage unserer Zeit. Diese Frage taucht häufiger als jede andere auf. Es gibt darauf natürlich genaugenommen keine einfache Antwort, schon gar keine allgemeingültig. Jeder Mensch hat sein eigenes Karma, sein Muster, das er in Beziehungen mitbringt. Für einige Menschen mag der spezifische Faden, an dem sie innerhalb des Musters arbeiten, mit dem Bedürfnis des zeitweiligen Alleinseins zu tun haben, das menschliche Leben im Laufe der Zeit auch ohne intime Partnerschaft zu erfahren. Während es einesteils eine schmerzhafte und einsame Erfahrung sein kann, ist es auf der anderen Seite so, dass Menschen das Alleinsein brauchen, um sich selbst zu finden. Einige Menschen haben in der Vergangenheit sehr zurückgezogen gelebt und versuchen, dies jetzt zu ändern. Ihr Herz treibt sie in eine Beziehung hinein und das alte Muster zieht sie wieder dort heraus; treibt sie zurück in die sichere Vertrautheit des Alleinseins.

Sehr häufig ist der innere Dialog ein wichtiger Aspekt zur Schaffung einer Basis für eine Beziehung zu einem anderen Menschen. Falls Sie Probleme damit haben sollten, eine langfristige Beziehung einzugehen, falls Sie verschiedene Partnerschaften hinter sich haben und sie alle nicht funktionieren, Sie sich aber zutiefst eine wünschen, gehen Sie in sich hinein und schauen Sie, ob es da einen Anteil in Ihnen gibt, der sich zurückhält. Ist da vielleicht ein Mönch, der die Abgeschlossenheit des Waldes liebt, der daran glaubt, dass eine Beziehung ihn Gott entfremdet, ihn von seinem tiefsten, echtesten und höchsten Selbst weiter entfernt? Ist da ein Kind, das intime Beziehungen als bedrohlich, überwältigend und verletzend erfuhr? Dieser Anteil könnte sich immer noch gegen eine enge Partnerschaft wehren, und zwar aus guten Grund. Er mag der Versicherung bedürfen, dass er beschützt wird, dass Sie, also Ihr erwachsener Anteil, stark genug sind, um Grenzen zu setzen und sichere Strukturen innerhalb der Beziehung zu schaffen. Vielleicht ist da ein Anteil in Ihnen, der daran glaubt, dass Sie immer die falsche Wahl treffen, dass Sie letztlich immer - wie sehr Sie auch versuchen, sich dessen bewusst zu sein - bei jemandem landen, der Sie verletzt, der negativ ist, der Sie unterdrückt oder der nie da ist. Den Teil in Ihnen selbst zu finden, der an sich selbst glaubt, der daran glaubt, dass Sie im Laufe vieler Erfahrungen ein Bewusstsein erworben haben, das für Sie arbeitet, Sie unterstützt und Ihnen hilft, einen Partner zu wählen, der wirklich auf Sie eingehen kann - das ist so immens wichtig.

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Dann könnte es einen Anteil in Ihnen geben, der sich nicht für liebenswert hält. Dies ist heutzutage sehr häufig der Fall. Dieser Anteil braucht Liebe und Aufmerksamkeit von Ihnen. Er möchte ins Bewusstsein gebracht werden. Er nimmt häufig die Form eines hungrigen Kindes an. Unglaublich viele Menschen haben ungenährte, ungeliebte Kinder in ihrem Wesen. Das ist auch ein Grund, warum es so schwierig sein kann, eine funktionierende Partnerschaft zu führen. Wenn dieses Kind immer noch nach einer Mutter oder einem Vater Ausschau hält, wenn es immer noch nach der Liebe sucht, die es als Kind nicht erhalten hat, wird es danach an vertrauten Orten suchen. Es wird danach in Menschen suchen, die ihm genau das nicht geben können. Dies ist eine der größten Ironien und eins der größten Dilemmas bei der Suche des Menschen nach Liebe. Wenn Sie als Kind lernen, bei einem Elternteil nach Liebe zu suchen, der gar nicht weiß, wie man Liebe gibt, werden Sie fortwährend in Menschen und Situationen nach Liebe suchen, wo es am wenigsten wahrscheinlich ist, das Gesuchte zu finden. Dies gilt solange, bis Sie sich dieser Tendenz in sich selbst bewusst werden. Also erkennen Sie das, was sich so vertraut für Sie anfühlt, an. Selbst bei dem, was Sie beizeiten unweigerlich anzieht, kann es sich um das handeln, was am wenigsten dazu geeignet ist, Sie zu lieben, so wie Sie geliebt werden wollen. Das Wissen darum ist ausgesprochen wichtig. Gehen Sie noch einmal zurück und bleiben Sie bei dem Kind. Lassen Sie von der Fantasie ab, dass Sie von wem auch immer irgendwann geliebt werden, der dies schon in Ihrer Kindheit nicht tat. Lassen Sie die Fantasie los, dass Sie erst dann liebenswert sind und geliebt werden, wenn Sie nur gut genug sind und das richtige tun.

Für viele Menschen ist das ein entscheidender Schritt, um intime erwachsene Beziehungen überhaupt aufnehmen zu können. Die Schwierigkeit besteht heutzutage oft darin, dass ein ungenährtes, ungeliebtes Kind ein anderes ungenährtes, ungeliebtes Kind trifft und jedes von ihnen möchte vom anderen genährt und geliebt werden, aber keines hat die innere Erfahrung, die innere Fähigkeit, genährt zu werden. Deswegen ist es für beide schwierig, diese Nahrung zur Verfügung zu stellen. Wenn sich beide Menschen dieses inneren Hungers bewusst sind, um ihre Sehnsucht und ihr Bedürfnis wissen, und beide gewillt sind, sich selbst dann und wann für den anderen hinten anzustellen, ihren eigenen Hunger für einen Moment zu vergessen und sich auf die Bedürfnisse des anderen einzustellen, dann können sich diese zwei Menschen wirklich im Heilungsprozess unterstützen. Aber wenn jeder in seinem kindlichen Status verweilt, wo seine eigenen Wünsche absolut vorrangig sind, und sich keiner von beiden bewusst ist, wo er herkommt, dann werden beide wieder und wieder gegen Wände im anderen laufen.

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Viele Menschen fragen sich heute, wie sie jemanden finden können, der wirklich auf ihre Bedürfnisse eingeht, oder sie sagen, "Nun ja, ich liebe diesen Mensch, aber es gibt Wünsche in mir, die er einfach nicht erfüllt." Auf eine Art ist dies eine wichtige Betrachtungsweise innerhalb einer Beziehung. Wenn man sich durch eine Beziehung über lange Zeit nicht wirklich genährt fühlt, wenn das gegenseitige Bemühen nicht vorhanden ist, dann ist dies vielleicht nur eine weitere Beziehung, die für Sie nicht funktioniert. Aber nichtsdestoweniger ist es wichtig anzuerkennen, dass kein Mensch alle Bedürfnisse eines anderen Menschen erfüllen kann. Es ist unrealistisch, so etwas zu erwarten. Wenn zwei erwachsene Menschen sich lieben, ist da auch genügend Raum für ein oder zwei unerfüllte Bedürfnisse. Es ist Raum da, ein Loch in sich selbst festzustellen, das der andere nicht ausfüllen kann. Was das Loch füllt, ist die Liebe zum anderen. Was uns erfüllt, ist folgendes Bewusstsein: Ja, dieses Bedürfnis wird nicht erfüllt, aber die Liebe, die ich für dich empfinde, ist wesentlich größer als mein Bedürfnis.

Diese Reaktion entwickelt sich erst mit der Zeit, und es ist am besten, wenn es sich dabei um eine gemeinsame Entwicklung handelt. Wenn der eine alle seine Bedürfnisse opfert, um den anderen emotional zu unterstützen und nichts dafür zurück erhält, dann ist das keine gut funktionierende Beziehung. Aber auch hier gilt wieder: langfristige Partnerschaften verlangen von den Beteiligten, dass sie sich aufeinander einstellen. Es ist keine Schwäche, den Versuch zu unternehmen, etwas an sich selbst zu ändern, um damit ein Bedürfnis des anderen zu erfüllen. Heutzutage hören wir so oft folgende Philosophie in Bezug auf Partnerschaft: ­Man muss den anderen so akzeptieren wie er ist, und er hat mich wiederum so zu akzeptieren wie ich nun einmal bin. Man kann niemanden ändern.' Stimmt, das kann man nicht. Aber man kann den anderen darum bitten, sich zu ändern und man kann sich selbst ändern. Zwei Menschen, die miteinander leben und wachsen möchten, stellen sich dem anderen und der Partnerschaft zuliebe auf einander ein.

Viele Menschen haben Angst, ihre eigene Identität zu verlieren, wenn sie das tun. Das ist eine komplizierte Geschichte. Es zeigt, wie zerbrechlich das Gefühl der Identität in der modernen, westlichen Welt ist. Etwas aus Liebe aufzugeben, ist - aus meiner Sicht, in Verbindung mit dem höheren Bewusstsein - nicht gleichbedeutend damit, seine Identität zu verlieren. Es verstärkt die eigene Identität. Es macht einen zu einer reicheren, tieferen, stärkeren Persönlichkeit. Es gibt da ein Gleichgewicht, das ja. Aber Liebe bringt nun einmal Risiko, Opfer, Wandel, das Aufgeben von einigen Aspekten des eigenen Wesens mit sich, und sie verlangt ständige Kommunikation.

Ein Grund, warum es so vielen Menschen schwer fällt, eine Partnerschaft zu führen, ist, weil es sehr viel verlangt ist. Vielleicht war es früher einmal einfacher. Ehen wurden arrangiert oder eben aus sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Gründen eingegangen. Die Menschen blieben der Familie zuliebe zusammen, aus gesellschaftlichem oder religiösem Druck. Häufig waren die Partner innerhalb dieses Rahmen nicht glücklich mit einander. Sie suchten außerhalb der Beziehung, in Freundschaften, der weiteren Familien, bei Liebhabern, in der Gemeinde Aufgaben, die sie erfüllten, religiöse Pflichten etc. Heute gilt für viele Beziehungen, dass letztlich nur die zwei daran beteiligten Personen diese Beziehung zusammenhalten. Wenn dann jeder von beiden vom anderen erwartet, dass er alle seine Bedürfnisse erfüllt, dann ist die Enttäuschung schon vorprogrammiert. Früher blieben Partner aus einem Gefühl der Verpflichtung und Verantwortung zusammen. Dass eine Beziehung nicht funktioniert, war überhaupt kein Thema. Heutzutage hält die Liebe die Partner beieinander. Was sie wieder voneinander trennt, ist letztlich die Schwierigkeit, wirklich zu lieben.

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Sich selbst so anzuerkennen wie man ist, den anderen so anzuerkennen wie er ist, und dennoch gewillt zu bleiben, beweglich, flexibel und bereit zur Veränderung zu sein - all das ist für eine wirklich funktionierende Partnerschaft notwendig. Ein ausreichendes Gespür dafür zu haben, wer man ist, so dass man einen Teil dessen, was man ist, auch aufgeben kann, ohne sich bedroht zu fühlen - auch das ist notwendig. Eine gemeinsame spirituelle Basis zu haben, verändert eine Partnerschaft völlig. So viele Menschen fühlen sich heutzutage in dieser Hinsicht völlig verloren. Die intime Partnerschaft soll als Ersatz für das eigene spirituelle Leben dienen, soll das Leben mit Sinn erfüllen. Der Partner muss quasi den Platz Gottes einnehmen. Einem solchen Druck ist kaum eine Partnerschaft gewachsen.

Dann gibt es viele Menschen, die schon in der Anfangsphase einer Beziehung Angst haben, es könnte nicht funktionieren. Dies ist wieder ein anderes Problem: Menschen befürchten schon von vorneherein, dass es schief gehen könnte. Eine solche Beziehung hat gar nicht erst eine Chance, weil die zwei Beteiligten so damit beschäftigt sind, ihre Streitpunkte zu untersuchen, alte Fallen zu vermeiden, an der Partnerschaft so hart zu arbeiten, dass überhaupt keine Zeit mehr dafür bleibt, sich aneinander zu erfreuen. Es gibt keinen Grund dafür, dass Sie keine funktionierende Beziehung führen können. Die Strukturen, die in der Vergangenheit die Institution der Ehe gestützt haben, sind zerbröckelt und bröckeln immer noch. Beziehung sollte aus einer Situation der Liebe heraus entstehen, nicht aus einer Situation der Verpflichtung. Zu lieben, über eine lange Zeit hinweg, Tag für Tag für Tag, ist eine große spirituelle Herausforderung, eine Übung der Selbstvergessenheit. Wie bei allen spirituellen Praktiken gilt auch hier: wenn es nur Arbeit und kein Vergnügen bedeutet, mag es für Sie nicht der richtige Weg, nicht der richtige Mensch sein. Es ist nicht einfach. An einen Ort zu gelangen, wo man sich fragen kann, Tag für Tag, wie kann ich diesen Menschen heute wirklich lieben - wenn das geschieht, wenn zwei Menschen es für sich zur zentralen Aufgabe machen, sich zu fragen, wie sie den anderen am besten lieben können, dann wandelt sich die Partnerschaft, schlägt Wurzeln und erblüht.

Aus der Sicht des höheren Bewusstseins ist es auch wichtig für eine Partnerschaft, die ohne den oberflächlichen Zusammenhalt der alten, vergangenen Strukturen bestehen soll, dass die Partner sich ihre Beziehungsmuster aus der Kindheit anschauen und sich derer bewusst sind. Unbewusst wenden wir diese Muster immer noch an und projizieren die alten Themen auf den Partner, die unerfüllten Bedürfnisse, die Ängste, die Hoffnungen und die Träume des Kindes. Wenn sich nicht beide Partner dieser Muster mehr und mehr bewusst werden, sind Beziehungen umso schwieriger.

Und zu guter Letzt gilt es, sich selbst zu lieben. Liebe dich selbst, liebe dich selbst, liebe dich selbst. Setz dich in meditativer Haltung hin, bring all deine unzähligen Anteile deiner selbst hervor, bring alles hervor, was du finden kannst, und halte es in Liebe in deinem Bewusstsein. Das heißt, die Anteile, die verletzt, wütend, abwehrend, ängstlich sind. Halte sie einfach mit deiner Liebe. Je mehr du dies für dich selbst erfährst, desto fähiger wirst du sein, dies bei deinem Partner zu tun. Je mehr du dies mit einem Partner tust, desto fähiger wirst du sein, es für dich selbst zu tun. Geduld ist auch eine nötige Eigenschaft für langfristige Beziehungen, und es ist keine Eigenschaft, die von unserer modernen Welt unterstützt wird. Alles soll möglichst schnell passieren, alles soll möglichst neu, aufregend und stimulierend sein. Bedürfnisse sollen sofort erfüllt werden. Geduld zu entwickeln ist eine absolute Vorbedingung für eine funktionierende Partnerschaft.

Und dann sind da natürlich noch die Medien: Kino, Romane, Fernsehen, all die tief verinnerlichten Bilder oberflächlicher Beziehungen, idealer Beziehungen, Romanzen. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und lassen Sie die Ideale sich einfach auflösen, all die Ideale, wie eine Beziehung sein könnte, sollte, müsste. Lassen Sie sich all das in dem einfachen Wissen auflösen, dass Sie Ihr Leben gern mit jemanden teilen würden, dass Sie die Liebe gern mit jemandem teilen würden. Das reicht. Die Menschen machen zu viele Einschränkungen, wie die entsprechende Person auszusehen hat, zu sein hat, was sie haben soll, was sie nicht haben soll. Wirkliche Liebe mit einem anderen Menschen zu teilen, ist keine Erfahrung, die von irgend einer äußeren Form bestimmt wird, einem bestimmten Persönlichkeitstyp. Um eine funktionierende Beziehung zu führen, muss das Ideal verschwinden. Und bitte, vor allem, die Vorstellung, dass Sie die eine Person treffen, die Ihre perfekte andere Hälfte darstellt, die Sie sich selbst als ganz und vollständig erfahren lässt, die alle Ihre Bedürfnisse erfüllt - das ist die Vorstellung, die vor allen Dingen verschwinden muss. Der Begriff des "Seelenpartners" ist aus der Sicht des höheren Bewusstseins ein Konzept, das Menschen in Beziehungen immer und immer wieder blockiert. Es gibt Seelengefährten, Menschen, die sich über viele Leben hinweg gekannt haben, die zusammenkommen und sich gegenseitig helfen, ganz zu werden, zu wachsen. Es ist nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Es bedeutet nicht immer, dass man das ganze derzeitige Leben miteinander verbringt. Es bedeutet, dass man gemeinsam wachsen, lieben und Erfahrungen machen möchte. Manchmal kann eine tiefe seelische Verbindung auch bedeuten, dass man auf der Persönlichkeitsebene Schwierigkeiten, Zusammenstösse, Differenzen und Konflikte durchlebt, weil jedes Individuum Dinge zu erarbeiten hat. Die Seelenverbindung stellt dann die tiefe Basis dafür zur Verfügung, die oberflächlichen Themen aufzuarbeiten.

Daher lassen Sie bitte, was auch immer Ihr Ideal sein mag, sich im Licht auflösen. Öffnen Sie sich selbst für das Unerwartete. Was auch immer Ihre Angst in Bezug auf Beziehungen sein mag, lassen Sie es sich im Licht auflösen. All diese alten, negativen, hinderlichen Muster, lassen Sie sie sich im Licht auflösen. Machen Sie Platz für das Unerwartete. Sie möchte die Liebe mit einem anderen Menschen teilen, der ebenfalls Liebe teilen möchte. Sagen Sie das als Affirmation zu sich selbst.

Mögen alle Wesen glücklich, friedvoll und frei von Leid sein.


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Haben wir als menschliche Wesen einen freien Willen oder sind unsere Leben vom Schicksal vorherbestimmt?

Dies ist eine der ältesten Fragen in der menschlichen Erfahrung. Sie kommt immer und immer wieder auf. Die Frage wird immer aus einer dualistischen Sichtweise heraus gestellt. Habe ich einen freien Willen oder ist alles Schicksal? Die Möglichkeit eines Mittelweges, irgendeiner anderen Lösung wird gar nicht in Betracht gezogen, und daher diskutiert die Menschheit schon seit Jahrhunderten, ja, freier Wille, nein, Schicksal, doch, freier Wille. Dann ist da noch die Frage des Karmas, die mit Schicksal häufig verwechselt wird. Also, lassen Sie uns hier und jetzt über Karma, den freien Willen, Vorherbestimmung und die freie Wahl sprechen.

Was, wenn Menschen keinen freien Willen haben, aber auch nicht vom Schicksal oder dem Willen Gottes bestimmt sind? Ziehen Sie die Möglichkeit in Erwägung, dass keine dieser Alternativen die Situation wirklich beschreibt. Was, wenn das menschliche Leben in ständiger Interaktion mit einer Vielzahl von Kräften, Energien, Erfahrungen und Ereignissen stattfindet, die so multidimensional und variabel sind, dass es unmöglich ist, das Ganze auf ein Entweder-Oder, auf den Dualismus freier Wille oder Schicksal zu reduzieren?

Was, wenn wir in jedem Augenblick die Summe all dessen sind, was wir schon vorher waren, und dennoch zur gleichen Zeit ständig neu erschaffen, wer wir sein werden? Das Muster von allem, was wir jemals getan oder erfahren haben, ist ein Teil dessen, was wir sind. Und dennoch: Was, wenn in uns ein höheres Bewusstsein existiert, das man göttlich nennen könnte, das wahre Selbst, ja sogar Gott? Was, wenn in diesem Bewusstsein, dieser göttlichen Präsenz, jederzeit die freie Wahl herrscht, die Möglichkeit immer wieder neu zu erschaffen, sich selbst nach dem Bilde Gottes zu gestalten?

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In vielen spirituellen Traditionen wird das menschliche Wesen als die Verbindung zwischen Himmel und Erde beschrieben. Denken wir an das Symbol des Kreuzes, wo der Mittelpunkt zwischen der vertikalen und der horizontalen Achse den Menschen als Schnittpunkt von Himmel und Erde darstellt. In der chinesischen Tradition wird dieser Gedanke des Menschen als Bindeglied zwischen Himmel und Erde ebenfalls aufgegriffen. Bei den Tarotkarten ist es die Karte des Magiers, dessen eine Hand gen Himmel zeigt, während die andere auf die Erde gerichtet ist und so die Macht des Himmels auf die Erde zieht. Wie integriert man dieses göttliche Bewusstsein, diesen göttlichen Willen, wenn man ihn so nennen will, dieses höhere Bewusstsein, in die Gewohnheitsmuster, die karmischen Muster und das Schicksal, das aus unseren unbewussten Erfahrungen über so viele Leben gewebt wurde?

In jedem Menschen steckt die Fähigkeit, die eigenen konditionierten Erfahrungen zu erkennen und zu verstehen. Und in jedem Mensch steckt auch die Fähigkeit, mehr Bewusstheit in diese Erfahrungen zu integrieren. In dem Maße wie man seine Fähigkeit zur Beobachtung und zum Verständnis der konditionierten Erfahrungen schult, gelangt man in eine höhere und immer höhere Bewusstheit. Diese Bewusstheit schließt den Aspekt unseres Selbst mit ein, der von Karma, Konditionierungen und dem, was man Schicksal nennen könnte, bestimmt ist.

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Der Begriff "freier Wille" impliziert, dass man tun kann, was auch immer man möchte, das man frei ist. Diesen Standpunkt zu stützen stellt sich als recht schwierig heraus. Man sieht ja die eigenen Konditionierungen durch Erfahrung, durch die Kultur, die Familie und Erziehung. Man ist auf so viele Arten unfrei, im Kopf und im eigenen Handeln. Man lebt in einer Welt, einem Körper, einer Persönlichkeit, die von einer komplexen Vielzahl von Ursachen und Bedingungen erschaffen werden. Und dennoch gibt es da einen Aspekt im eigenen Bewusstsein, der frei ist, der die Wahl hat und der seine Bewusstheit unter den verschiedensten Umständen aufrecht erhalten kann. Dies kann man genauso klar und direkt erfahren wie das eigene Erleben als konditioniertes Wesen. Die Antwort auf die Frage nach dem freien Willen oder dem Schicksal lautet, keines von beiden und beides. Je mehr jemand an das Schicksal glaubt, daran, keine Wahl zu haben, dass alles von Entscheidungen oder Handlungen bestimmt wird, die von irgendeiner höheren Macht gefällt werden, oder von vergangenen Handlungen, denen man nicht mehr ausweichen kann, desto mehr begrenzt er sich. Wenn Menschen an den absoluten freien Willen glauben, daran, dass sie frei sind zu erschaffen, was immer sie möchten, oder zu tun, was immer sie tun wollen, dann verleugnen sie die Realität, dass sie nicht tun können, was immer sie möchten. Es gibt Vorbedingungen, denen man realistisch gesehen nicht entkommen kann, die man berücksichtigen muß, in einem selbst und in der Welt. Ein Ja oder Nein auf diese Frage wäre eine begrenzte Sicht. Ein Ja und ein Nein ist zwar schwer zu verstehen, eröffnet uns aber ein Tor in eine tiefere und tiefere Bewusstheit - Bewusstheit darüber, dass man die Wahl hat, wie man auf die Ursachen und Bedingungen, aus denen man entstanden ist, reagieren möchte.

Es gibt einen bekannten Satz aus der Hindu-Tradition, der häufig von Suchenden und Anhängern zitiert wird: "Ich bin das." Dies drückt die Verwirklichung des Weges der Nicht-Dualität aus, der vollständigen Identifikation des Individuums mit dem nicht-dualen unkonditionierten Bewusstsein. Das Individuum sagt damit nämlich, Ich bin dieses umfassende Bewusstsein. Erwägen Sie einmal die Möglichkeit, dass das Umgekehrte auch wahr ist: dieses umfassende Bewusstsein, diese reine unkonditionierte Bewusstheit, schaut das konditionierte Selbst an und sagt mit großem Mitgefühl: "Ich bin das."

An dieser Stelle ist die Meditation über Dualität sehr hilfreich. Man setzt sich dazu hin, legt die Hände mit den Händflächen nach oben offen hin. In der einen Hand liegt der freie Wille und in der anderen das Schicksal. Spüren Sie einfach, wie sich der freie Wille anfühlen könnte und wie sich das Schicksal anfühlen könnte. Werden Sie sich bewusst darüber, dass dies sehr eng mit Gefühlen der Macht und der Machtlosigkeit verknüpft ist. Nehmen Sie wahr, wie dualistisch dies ist, so wie schwarz und weiß. Sie können auch den Willen Gottes in die eine Hand legen und Ihren eigenen Willen in die andere. Wie verbinden sich diese beiden, wie fließen sie zusammen? In Ihrem Herzen und Ihrem Wesen, in Ihrem Bewusstsein.

Am Ende der Meditation führen Sie beide Hände zueinander und sagen Sie in Gedanken "die freie Wahl". Schauen Sie, ob Sie diese Möglichkeit als eine Alternative zu der Dualität des freien Willens oder dem Schicksal annehmen können: zu wählen in dem Bewusstsein des Kontextes von Ursachen und Vorbedingungen, die in Ihnen und außerhalb von Ihnen existieren. Während Ihre Hände zusammenkommen, fühlen Sie, wie sich die Dualität von freiem Willen und Schicksal in Ihrem eigenen Bewusstsein auflöst, in Ihrer Aktzeptanz der Verantwortung und der Möglichkeit der freien Wahl.


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